Einzweckfahrzeug oder Multifunktion

Beim Geräteträger hat man seit einigen Jahren die Wahl ob man sich mehrere spezialisierte Fahrzeuge für die verschiedensten Aufgaben zulegt oder einen Multifunktionalen Geräteträger, der durch Wechsel der An- und Aufbauten für unterschiedlichste Zwecke eingesetzt werden kann. 

Der Vorteil des Multifunktionsfahrzeugs liegt zunächst klar auf der Hand: Anstatt sich eine Straßenkehrmaschine, ein Winterdienstfahrzeug, einen Aufsitzrasenmäher, einen Kleintransporter, ein Gießfahrzeug etc. hinzustellen können alle diese Aufgaben mit einem Grundgeräteträger und entsprechenden Wechselsätzen erledigt werden. 

Fragt man bei kleineren Bauhöfen oder Dienstleistern nach bekommt man auch meist die Auskunft, dass überwiegend Multifunktionsfahrzeuge eingesetzt werden. Die Investition ist niedriger und es wird weniger Lagerfläche geleistet. Denn selten fallen die Aufgaben alle gleichzeitig an und können mit 2-3 Multifunktionsgeräteträgern statt 5-6 Spezialfahrzeugen erledigt werden. 

Anders sieht es momentan oft noch bei größeren Bauhöfen aus wie bauhof-online.de im März 2020 berichtete. Im Interview berichten mehrere Leiter großer Bauhöfe, dass sie Einzweckgeräte vorziehen, da sie diese ohnehin alle gleichzeitig auslasten könnten. Als problematisch wurden die Wechselzeiten gesehen, die von vielen Herstellern mit 2 Stunden angegeben seien, aber spätestens wenn die Geräte nicht mehr ganz neu sind würde es eher einen halben Tag brauchen. Außerdem wurde die Leistungsfähigkeit vieler Multifunktionsfahrzeuge bemängelt. 

Dies verwundert, wenn man bedenkt, dass bereits 2008 mit dem JungoJet 3500 ein Multifunktionsgeräteträger auf den Markt kam, bei dem sich der Gerätewechsel innerhalb von 15 Minuten erledigen ließ und der von der Leistung den Spezialmaschinen nicht nachstand. Das Fahrzeugkonzept wird unter wechselnden Namen bis heute angeboten. 

Offensichtlich gibt es aber auf dem Markt auch viele Geräte, die den Namen „multifunktional“ nicht verdienen, obwohl sie damit werben. Denn bei einem halben Tag Rüstzeit steht das Gerät ja mehr in der Halle als es auf der Straße unterwegs ist. Dies würde bestenfalls Sinn machen, wenn man 2 mal im Jahr zwischen Kehren und Winterdienst umrüstet.